Aktuelles

Elektrisches Läutwerk für die Aussegnungshalle

Das Läutwerk der Friedhofskirche in Schmidmühlen wird elektrifiziert. In den vergangenen Tagen waren die Mechaniker der Firma Nidermayer Turmuhren aus Regensburg in der Aussegnungshalle, um ein elektrisches Läutwerk einzubauen.

 

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Kirchenturmuhr schlägt wieder

Die Kirchturmuhr von St. Korbinian geht wieder. Sie hatte seit Anfang Juni nicht mehr funktioniert.

 

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Die Frauenkirche tickt bald wieder richtig

München - Jetzt schlägt’s aber 13! Weil man nach Jahren wieder freie Sicht auf den Nordturm der Frauenkirche hat – und jetzt auch auf die Zifferblätter.
Am Montag wurden sie montiert.

 

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Der Blick nach oben

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Endlich hat die Müncher Frauenkirche wieder Zeit

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Das sind echte Charakterglocken!

Die neuen alten Glocken von St. Kassian:
Links die kleinere in Es, rechts die größere in D (Fotos: altrofoto.de)


Hoch über der Stadt:
Prof. Martin Kellhuber, Glockensachverständiger


St. Kassian hat wieder zwei funktionsfähige Glocken. Sie stammen aus dem 13. Jahrhundert und sind die ältesten der Stadt.

 

 

Heiße Mittagssonne glüht auf ziegelrote Dächer und steinerne Gassen der Stadt Regensburg herab. Vor dem Kaufhof-Eingang in der Schwarzen-Bären-Straße bleiben die Menschen stehen und richten ihre fragenden Blicke hinauf zum eingerüsteten Kirchturm von St. Kassian. Man hört von oben erst eine Glocke in D, dann eine zweite in Es – und endlich beide gemeinsam in vereintem Klange, hell und freundlich-bestimmt: Gestern war Probeläuten in St. Kassian.

 

Prof. Martin Kellhuber, einer der beiden Glockensachverständigen in der Diözese Regensburg, hält sein Olympus-Diktiergerät an das Fenster, hinter dem die beiden Glocken in ihrem hölzernen Glockenstuhl hängen. „Schön. Gut”, sagt er zur größeren Glocke in D (Gewicht 160 kg), „Ja, die alte Technik”, zur kleineren in Es (120kg), deren Töne einige Schlieren nach sich ziehen, die sich im Duett der beiden aber vorteilhaft auflösen und zu höherer Zweistimmigkeit verquicken.

 

Von Magnetfeldern bewegt
Beide Glocken sind uralt, sie stammen aus dem 13. Jahrhundert und sind mit Sicherheit die ältesten Regensburgs, vielleicht die ältesten Bayerns, womöglich die ältesten Deutschlands? – da muss der viel beschäftigte Glocken-Experte, der hauptsächlich an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik in Regensburg lehrt, gelegentlich genau nachforschen.

 

Die größere, die „Glocke in D”, hing zuvor schon im Haus Heuport und im Dachreiter der Alten Kapelle, sie ist also ein wenig herumgekommen, was Glocken selten widerfährt. Gleichwohl galt sie lange Zeit als unspielbar. Die Kleinere ist mit St. Kassian verwachsen, war aber auch kaputt. Beide wurden sozusagen „in einem Guss” im legendären Glockenschweißwerk Lachenmeyerin Nördlingen rotglühend gemacht, in den dort üblichen streng geheimen Arbeitsgängen repariert und wieder zum Klingen gebracht. Dann kamen die Turmuhren- und Glockentechniker Markus Meyer und Torsten Kretschmer von der nicht minder berühmten Regensburger Firma Nidermayer ins Spiel und bauten die beiden bronzenen Altertümer in knapp drei Tagen ein.

 

Das Aparte: Ausgerechnet die beiden Ältesten unter den Regensburger Glocken werden von hypermoderner Technik bewegt: Es ist ein mikroprozessor-gesteuerter Linearantrieb, bei dem ein bewegtes Magnetfeld die Kräfte erzeugt – der Transrapid etwa bewegt sich nach diesem Prinzip. „Das sind echte Charakterglocken!”, lobt Prof. Kellhuber den Klang des alten Geläuts, das von nun an jedermann als unverwechselbaren Glockensound von St. Kassian erkennen kann. Bis hinüber zur Alten Kapelle hat man sie schon gehört.

 

„Zu perfekt? Das ist langweilig”
Kellhuber gehört dem ökumenischen Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen an. Metallurgen, Architekten, Theologen, Denkmalpfleger, Musiker und Ingenieure kümmern sich hier um alle möglichen Dinge, die mit Glockenleuten zu tun haben und bilden Glockensachverständige aus.

 

Natürlich hat auch Prof. Kellhuber seine Lieblingsglocken – etwa die 11,5 Tonnen schwere Gloriosa im Erfurter Dom oder die Hosanna im Freiburger Münster. „Aber”, so wirft er ein, „wenn eine Glocke zu perfekt ist, eignet sie sich nur noch für das Glockenspiel. Als Läuteglocke ist sie langweilig.”

 

Es gibt übrigens eingefleischte Glockentouristen, die noch jeden Kirchturm erklommen haben. Aber es gibt auch – in München – schon die erste Kirche, wo das Geläut digital aus dem Soundmaster kommt; aus Kostengründen, versteht sich. In Italien ist man noch unempfindlicher: Da wird in manchem, filigranen Kirchlein jeden Sonntag ein anderes Domgeläut angeboten – Töne, die von Glocken ab fünf Tonnen aufwärts erzeugt werden.

 

(von Thomas Dietz, MZ)

Seit Jahrzehnten im Dienst der Zeit

Familie Nidermayer gratulierte Reinhold Binder und Peter Spitzhirn: Sie kamen als junge Burschen ins Unternehmen.

 

Reinhold Binder und Peter Spitzhirn haben ein ganz besonderes Verhältnis zur Zeit. Schließlich arbeiten sie schon lange mit ihr zusammen. Familie Nidermayer zeichnete die beiden Feinmechaniker für langjährige Treue aus: Binder für 45 Jahre bei Bavaria Zeitdienst und Spitzhirn für 40 Jahre bei Turmuhren Nidermayer.

 

Beide hatten als Lehrlinge bei den Familienbetrieben angefangen und die Firma nie verlassen. Das freut Walter und Michael Nidermayer. „Von Kunden erhalten wir oft die Rückmeldung, dass es sehr schön ist, so lange von derselben Person betreut zu werden.“ Schließlich sei eine feste Beziehung zum Kunden von besonderer Bedeutung. Zum Dank gab es von den Chefs Urkunden und eine Auszeichnung von der IHK.

 

Binder trat im August 1965 in die Feinmechanikerlehre bei Nidermayer ein. Der Monatslohn des 14-Jährigen betrug damals lediglich 40 Mark – freilich bei einem anderen Preisniveau.

 

Spitzhirn kam als 15-Jähriger zu Nidermayer. Während ihrer Dienstzeit erlebten die beiden Mitarbeiter einen radikalen Wandel im Geschäft mit der Zeit. Technische Neuerungen kamen und durch die Digitalisierung der Zeiterfassungsgeräte
fielen viele Arbeitsschritte und Wartungsarbeiten weg. Reparieren war gestern – ein defektes Gerät wird heute einfach ausgetauscht. Spitzhirn bedauert das Sterben der Mechanik. Die Arbeitserfahrung sei eine ganz andere. „Bei der Arbeit
an mechanischen Uhrwerken sieht man noch, was man getan hat“, sagte Spitzhirn. „Mechanik muss gepflegt und gewartet werden.“

 

Walter Nidermayer führt Turmuhren Nidermayer in vierter Generation. Die vor 45 Jahren gegründete Bavaria Zeitdienst leitet sein Sohn Michael.

Historische Uhren:

 

  • Vorzeigeobjekt von Turmuhren Nidermayer ist die Uhr der Münchener Frauenkirche. Derzeit wird in Regensburg das Ziffernblatt erneuert. Auch historische Turmuhren werden fast ausschließlich durch elektronische Uhrwerke gesteuert.
  • Eine Sammlung ausgebauter mechanischer Uhrwerke wird bei Nidermayer gehütet: Ziffernblätter und Zeiger von Turmuhren, Stempeluhren und Uhrwerke, einige mehrere hundert Jahre alt.

(Von Markus Rother, MZ)

 

In einem Monat sollen Glocken wieder läuten

Sanierungsarbeiten an Glockenstuhl und Läutwerk der Stadtpfarrkirche laufen auf Hochtouren

Die Glocken der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist schweigen. Aus gutem Grund: Im Zuge der Kirchensanierung wird der barocke Glockenstuhl ausgesteift und zugleich das veraltete Läutwerk der fünf Glocken modernisiert.

 

Sage und schreibe 1,625 Tonnen ist die Große Glocke schwer, die ganz oben im Turm der Stadtpfarrkirche hängt. Rechnet man ihr Joch hinzu, ergibt sich ein Gesamtgewicht von etwa zwei Tonnen. „Diese Berta ist ein ganz gehöriges Pfund", sagt Torsten Kretschmer, während er die Große Glocke mit Hilfe einer komplexen Konstruktion aus Seilzügen und Ketten Stück für Stück nach unten ablässt und auf zwei dicken Holzbohlen zur Ruhe bringt.

 

Für Kretschmer ist dieser Kraftakt, bei dem sogar sein artistisches Geschick beim Klettern im alten Glockenstuhl gefragt ist, längst zur Routine geworden. Kräftig zur Hand geht ihm Markus Meyer. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Kretschmer und Meyer arbeiten für die Spezialfirma Turmuhren Nidermayer mit Sitz in Regensburg. Ihr Auftrag: Die fünf Pfaffenhofener Glocken abhängen, ihre Joche erneuern und die alte Läutemaschine durch einen modernen Antrieb ersetzen.

 

Zwischendurch steifen die Zimmerer der Firma RHG aus Achsheim bei Nördlingen, die sich schon bei der Sanierung des Kirchen-Dachstuhls auszeichneten, den vom Zahn der Zeit angegriffenen Glockenstuhl aus und sanieren ihn grundlegend. Etwa vier Wochen wird der Arbeitseinsatz dauern, bis die im Jahr 1768 von der Münchner Firma Kraus gegossenen Glocken wieder zu ihren gewohnten Zeiten und Anlässen läuten werden. Viel zu hören wird von den Veränderungen nicht sein. Auch für den Betrachter von außerhalb bleibt der Kirchturm unverändert. Nur im Inneren tut sich so einiges. „Es handelt sich um eine Restauration. Der Glockenstuhl wird in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt kommentiert Stadtpfarrer Frank Faulhaber den Eingriff, der für die Pfarrei eine finanzielle Belastung in Höhe von rund 25 000 Euro bedeutet.

 

Als die Glocken ihre bisherigen Antriebsmotoren erhielten, musste der ursprüngliche Glockenstuhl leicht modifiziert werden. „Aus Platzgründen. Die Verhältnisse dort oben sind nämlich – gelinde gesagt – ziemlich beengt", so Faulhaber. 

 

Wer sich die vielen Treppen bis ganz nach oben durchkämpft, kann ein Lied davon singen. Alleine sich zu bewegen, fällt nicht gerade leicht. Aufrecht stehen ist nur teilweise möglich. Um sich fortzubewegen, sind oftmals Kletterkünste gefragt. Kein Wunder, dass die Läutemaschine außerhalb des Glockenstuhls angebracht werden musste und dadurch heute für Probleme sorgt. „Das ist sehr schlecht für die Dynamik des Turmes, der die Schwingungen der Glocken dadurch nicht optimal abfangen kann, sondern sie ungünstig auf die übrigen Bauteile der Kirche ableiten muss", versucht sich Torsten Kretschmer an einer technischen Erklärung für den Handlungsbedarf.

 

Der technische Fortschritt hat eine hochmoderne Art und Weise hervorgebracht, um Kirchenglocken anzutreiben: den Linearantrieb. Alle fünf Glocken – neben der Großen Glocke sind das die Sturmglocke (964 Kilogramm), die Mittagsglocke (705), die Vesperglocke (469) und die Sterbeglocke (263) – werden dazu mit neuen Jochen aus hartem Eichenholz versehen. „Wie es sich für anständige Glocken eben gehört", fügt Markus Meyer schmunzelnd an. Über zusätzliche Eisenplatten und Magnetspulen werden sie künftig angetrieben. „Im Grunde durch das selbe Prinzip, mit dem eine Magnetschwebebahn funktioniert", findet Kretschmer einen passenden Vergleich.

 

Die Sturmglocke und die Mittagsglocke erhalten neben Jochen auch noch nagelneue Klöppel. „Die alten Klöppel haben nicht an der dicksten Stelle angeschlagen. Das kann im Lauf der Zeit schädlich auf das Material einwirken", erläutert Frank Faulhaber diese letzte Sanierungsmaßnahme im Glockenstuhl.

 

 Eine, die vielleicht sogar nach außen zu hören sein wird. Wer seine Ohren ganz genau spitzt, kann den leichten Unterschied womöglich erkennen, wenn in einem Monat die Glocken von St. Johannes Baptist wieder das tun, wozu die vor knapp 300 Jahren gegossen wurden: schlagen und läuten.

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